Geschichte

 

In den Jahren 1875, 1877 und 1878 wurde die Stadt Cloppenburg von drei verheerenden Brandkatastrophen heimgesucht, über 10 Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Werkstätten wurden hierdurch zerstört. Viele Cappelner fuhren in dieser Zeit nach Cloppenburg um sich selbst ein Bild vom Ausmaß dieses Schadens zu machen. Immer größer wurde nun der Ruf der Cappelner Bevölkerung nach einer Feuerspritze. Nach einem Großfeuer in Mintewede im Februar 1879 beschloss der Gemeinderat eine Feuerspritze für das Kirchspiel in Cappeln anzuschaffen. Im Frühjahr verpflichtete der Gemeindevorsteher Varelmann dann 10 junge Männer, die sich freiwillig zum Dienst an der neuen Spritze gemeldet hatten und gründet damit die Freiwillige Feuerwehr Cappeln. Der erste Spritzenmeister in der Feuerwehr Cappeln war Joseph Götting aus Bokel. Ihren ersten größeren Brandeinsatz verpasste die neue Cappelner Feuerwehr dann völlig. Am 12. April 1880 ist in Emstek, auf der Lage, ein Feuer in einem Bauernhaus ausgebrochen. Kinder hatten den Brand mit Streichhölzern entfacht. Wenig Später griff das Feuer auf 4 Nachbargebäuden über und zerstörten diese. Die ganze Zeit hatten die Emsteker Einwohner sehnsüchtig auf die Cappelner Feuerwehr gewartet, denn die Spritze der Emsteker Wehr funktionierte nicht richtig. In Cappeln hatte man aber wegen des steifen Windes die Emsteker Brandglocke nicht wahrgenommen. Einen Boten nach Cappeln zu schicken, hatten die Emsteker aber versäumt. Im Jahre 1895 wurden dann J. Diekmann zum Spritzenmeister gewählt. Er trat die Nachfolge des ausscheidenden Joseph Götting an. Drei Jahre Später errichte man dann in der Ortsmitte von Cappeln ein Feuerwehrhaus in der „beachtlichen“ Größe von 4,50×2,00 Metern.

Erstes Feuerwehrhaus in Cappeln
Erstes Feuerwehrhaus in Cappeln

 

Ab dem 21. September 1900 beschloss der Gemeinderat, dass die Freiwillige Feuerwehr Cappeln regelmäßig eine Spritzenprobe durchzuführen habe, damit die Spritze im Ernstfall auch einsatzfähig sei. 1914 beantragte die Feuerwehr bei der Gemeinde die Anschaffung einer zweiten Spritze, weil die erste Spritze im Notfall nicht genügend Wasser brachte. Doch dann brach am 1. August 1914 der I. Weltkrieg aus. Deshalb musste, wie es im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 10. August heißt, wegen der obwaltenden Umstände und der laufenden Mobilmachung, die Anschaffung einer zweiten Spritze zurückgestellt werden. Auch 1918 wurde die Anschaffung einer neuen Spritze vertagt, bis es wieder normale Verhältnisse gebe. Im Jahre 1923, als die Inflation am höchsten war, bekam die Gemeinde Cappeln vom Kreis den Auftrag, unverzüglich eine Unterkunft für Obdachlose einzurichten. Aufgrund der unsicheren Finanzlage beschloss der Gemeinderat ein Obdachlosenheim im Spritzenhaus herzurichten. Die Feuerspritze wurde wieder an ihre alte Stelle, bei Göttings in Bokel, untergebracht.

Erster genormtes Feuerwehrauto
Erstes genormtes Feuerwehrauto LF8

Im Oktober 1930 eröffnete dann die Landesfeuerwehrschule in Loy. Diese Feuerwehrschule, einschließlich Erholungsheim für Feuerwehrleute, war ausgerüstet mit den neuesten feuertechnischen Geräten und Spritzen. Lehrgangsteilnehmer wurden angehalten ständig ihr Fachwissen zu erweitern und ihr Wissen an die heimischen Wehren weiterzugeben. Auch Keisbrandmajor August Reuding versuchte stets die Ausrüstung der örtlichen Wehren zu verbessern. So kritisierte er auch 1930 die schlechte Ausstattung der Cappelner Wehr. Er forderte vom Gemeinderat doch endlich eine Kleinmotorspritze anzuschaffen. Dies geschah zwei Jahre Später im Mai 1932. Ein eigenes Spritzenhaus bekam die Feuerwehr hingegen noch nicht. Stattdessen mietete die Gemeinde 1936 einen Teil des Varrelmanschen Schweinestalles und baute ihn zum Feuerwehrhaus um. 1939 beschloss der Rat ein eigenes Feuerwehrhaus in der Ortsmitte von Cappeln zu bauen, doch dann brach im September des gleichen Jahres der II. Weltkrieg aus und die Pläne konnten nicht mehr verwirklicht werden.1941 wurde dann das Gemeindeeigene Wohn- und Wirtschaftsgebäude  umfunktioniert. Im Jahre 1951 beschloss der Gemeinderat einstimmig ein neues Löschfahrzeug für die Cappelner Wehr anzuschaffen. Gekauft wurde ein genormtes Fahrzeug vom Typ LF 8. Da noch immer ein Gerätehaus fehlte, wurde auch das neue Löschfahrzeug bei Riemann untergestellt.

Feuerwehrhaus bei Riemann
Feuerwehrhaus bei Riemann

 

1958 war es endlich soweit. An der Schulstr. wurde ein Grätehaus für die Feuerwehr errichtet. Vieles wurde dadurch leichter. Im NeuenFeuerwehrhaus wurde eine Schlauchwaschanlage zum reinigen der  Hanfschläuche installiert. Imangrenzenden Trockenturm konnten diese dann getrocknet werden. Als Ortsbrandmeister Bernhard Meyer dann 1957  aus Altersgründen zurücktrat, wurde Josef Kaiser als sein Nachfolger gewählt. Sein Stellvertreter wurde Josef Varelmann aus Bokel. Im Jahre 1959 fand zum ersten Mal das Kreisfeuerwehrfest in Cappeln statt. Fleißig hatte man  für die Wettkämpfe geübt. Der Lohn war ein Siegerpokal. Als die Feuerwehr dann 1960 den Antrag stellte, mit einem Tanklöschfahrzeug ausgestattet zu werden, wurde dies noch als nicht „nicht notwendig“ eingestuft. Während der großen Flutkatastrophe an der Nordseeküste im März 1962 wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Cappeln zur Hilfeleistung gerufen. Die Anfahrt dorthin dauerte fast einen halben Tag, da das 11 Jahre alte Löschfahrzeug unter Altersschwäche litt. Im Jahre 1962 erhielt die Cappelner Feuerwehr dann ihr gewünschtes Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16. Nun war man bei Brandeinsätzen schnell einsatzfähig und konnte schon Wasser geben, während die Mannschaft noch die Leitungen zum Hydranten verlegten. Dieses Tanklöschfahrzeug, von den Kameraden liebevoll „die Oma“ genannt, war noch bis zum Jahre 2014 im Dienst und durfte dann Ihren wohlverdienten Ruhestand antreten.

TLF 16
TLF 16 von 1962

In den nachfolgenden Jahren galt es nicht mehr nur Brände zu löschen, sondern mit der zunehmenden Motorisierung und mit der damit verbundenen Verkehrsdichte kamen nun neue Aufgaben auf die Feuerwehr zu. Brennende Autos mussten abgelöscht werden, Verletzte geborgen und eingeklemmte Personen möglichst schonend aus ihren Auto befreit werden. Es wurden aber auch Keller ausgepumpt, Straßen gereinigt, Kanäle gespült oder auch umgestürzte Bäume beseitigt. Später übertraf die Zahl der Hilfeleistungen sogar die Anzahl der Brandeinsätze. In den nachfolgenden Jahren ließ die Gemeinde ihre Feuerwehr nie im Stich. So wurden 1964 schwere Atemschutzgeräte in Auftrag gegeben. Dies war durch die zunehmende Verarbeitung von Kunststoffen und der dadurch verbundenen giftigen Dämpfe notwendig. Außerdem wurden für die schnellere Alarmierung Meldeempfänger angeschafft. Als nun Josef Kaiser zum Gemeindebrandmeister gewählt wurde und aus diesem Grund das Amt des Ortsbrandmeister nicht mehr ausüben konnte, übernahm Josef Varelmann die Leitung der Cappelner Wehr und Josef Kaiser wurde sein Stellvertreter.Im Jahre 1967 wurde ein neues, modernes Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8 in den Dienst gestellt, da das alte Fahrzeug aus dem Jahre 1951 nicht mehr diensttauglich war.

Opel Blitz als LF 8
Opel Blitz als LF 8

 

Als im Jahre 1972 Gerhard Grötzschel Gemeindebrandmeister wurde, übernahm Josef Kaiser wieder das Amt des Ortsbrandmeisters und Josef Varelmann wieder sein Stellvertreter. 1973 fand das Kreisfeuerwehrfest abermals in Cappeln statt. Strahlender Sonnenschein motivierte viele Einwohner zum Besuch des Festes. Da das Feuerwehrhaus allmählich aus allen Nähten zu platzen drohte, beschloss der Gemeinderat am 7. Juni 1978 unter Bürgermeister Renschen den Neubau eines geräumigen Feuerwehrgerätehaus in der Ortsmitte am Marktplatz. Am 22. September 1979 fand die feierliche Einweihung statt. Im Jahre 1981 durfte die Freiwillige Feuerwehr Cappeln zum dritten Male, anlässlich ihres 100-jährigen Bestehen der Cappelner Wehr, dieses Fest ausrichten. Ein Jahr zu spät wie man heute weiß. Als dann Josef Varelmann 1982 Gemeindebrandmeister wurde, übernahm Franz Ovelgönne die Leitung der Wehr. Ein neues Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16/25 mit modernster Ausstattung wurde der Feuerwehr 1984, im Rahmen einer kleinen Feier, übergeben.

TLF 16/25
TLF 16/25

Am 12.04.1984 wurde Franz Ovelgönne zum Ortsbrandmeister gewählt. Helmut Grötschel sein Stellvertreter.Im Dezember 1990 erhielt die Feuerwehr dann ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8 mit Festeingebauter Frontpumpe, einer eingeschobenen Tragkraftspritze TS 8 und einem Unfallhilfe-Rettungssatz.Am 4. April 2003 wählte die Cappelner Wehr Helmut Grötzschel zu ihrem Ortsbrandmeister. Zu seinem Stellvertreter wurde Heinrich Krefter gewählt. Gemeindebrandmeister ist Wolfgang Grötzschel.Im gleichen Jahr wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Dessen Leitung als Jugendfeuerwehrwart Wolfgang Grötzschel übernahm.

LF 20/40
LF 20/40

 

Im Jahre 2011 gab es einen Wechsel in der Führung der Feuerwehr. Helmut Grötzschel, der das Amt des Ortsbrandmeisters und des stellvertretenden Ortsbrandmeisters 26 Jahre (!) inne hatte, musste diesen Posten aufgrund der Altersgrenze aufgeben. Neuer Ortsbrandmeister wurde sein bisheriger Stellvertreter Heinrich Krefter. Nach relativ kurzer Zeit an der Spitze der Feuerwehr Cappeln, legte Heinrich Krefter im Frühjahr 2012 sein Amt als Ortsbrandmeister aus gesundheitlichen Gründen nieder. Wieder fanden sich die Kameraden im Cappelner Feuerwehrhaus ein und wählten eine neue Führung. Mit großer Mehrheit wurde der bisherige stellv. Ortsbrandmeister Torsten Koopmeiners für 6 Jahre zum Chef der Wehr ernannt. Sein Stellvertreter wurde Martin Weldam der sich in einer Wahl gegen 3 weitere Kameraden durchsetzte. Im Jahre 2014 wurde Torsten Koopmeiners dann noch zum stellv. Gemeindebrandmeister gewählt und die Feuerwehr Cappeln wurde von einer erweiterten Stützpunktfeuerwehr zu einer Schwerpunktfeuerwehr.